Ein Raum. Eine Idee. Eine Küche.
Dialog der Achsen: Küchenplanung im Kölner Jugendstil
Die Sanierung eines historischen Mehrfamilienhauses in der Kölner Innenstadt bot die seltene Gelegenheit, eine gesamte Etage neu zu denken. Auf rund 80 Quadratmetern entstand ein Raumgefüge, das die strengen Sichtachsen des Jugendstils aufnimmt und konsequent in eine moderne Nutzung übersetzt. Das Ziel der Planung: Die Küche nicht als abgeschlossenen Arbeitsraum, sondern als kommunikatives Zentrum der Etage zuetablieren.
Funktionale Trennung im L-Grundriss
Die Entscheidung für eine L-förmige Raumaufteilung ermöglichte eine klare Zonierung der Abläufe. Während der großzügige Hauptarm als Begegnungsraum mit Bar und Vorbereitungsinsel fungiert, wurde die eigentliche Funktionsküche dezent in den kürzeren Schenkel des Grundrisses verlegt.
Diese Gliederung sorgt dafür, dass die technischen Prozesse – Spülen, Kochen, Bevorraten – optisch aus dem Sichtfeld der Gäste rücken. Der Hauptraum behält so seine großzügige, wohnliche Ruhe, ohne auf die kurzen Wege einer modernen Küche zu verzichten.
Materialkonzept und atmosphärische Zonierung
Um die unterschiedlichen Nutzungsbereiche auch visuell zu trennen, wurde mit kontrastierenden Stimmungen gearbeitet:
- Der Barbereich: Hier setzen matt lackierte Fronten von next125 einen ruhigen, dunklen Akzent. Als haptisches Zentrum dient eine Sonderanfertigung aus massivem Nussbaum, die als kräftiger Block auf der Insel aufliegt. Die Integration der Technik erfolgte hier bewusst zurückhaltend; bündig eingelassene Steckdosen unterstreichen den Fokus auf die Materialität.
- Der Arbeitsbereich: Im funktionalen Teil des Raumes dominieren helle Fronten, die für eine klare, gut ausgeleuchtete Arbeitsatmosphäre sorgen.
- Das Bindeglied: Arbeitsplatten aus Neolith-Keramik verbinden beide Zonen. Das Material wurde aufgrund seiner hohen Belastbarkeit und der präzisen Kantenführung gewählt, die dem modernen Anspruch der Einbauten gerecht wird.
Technik und Integration
Trotz der historischen Hülle ist die technische Ausstattung auf aktuellem Stand. Die Geräte von Miele und der Liebherr French-Door-Kühlschrank wurden flächenbündig integriert. Für die Dunstabzugslösung im Bereich des Induktionsfeldes fiel die Wahl auf Berbel, während das Blanco Choice All Drink System die Armatur um ein multifunktionales Wassersystem ergänzt.
Planerische Herausforderungen
Die besondere Herausforderung dieses Projekts lag in der Abstimmung mit der historischen Bausubstanz. Trotz der Kernsanierung mussten die Planer auf unregelmäßige Wandverläufe und statische Besonderheiten reagieren.
Viele Details wurden erst während der Montage vor Ort finalisiert, um die strengen Linien der Küche präzise in den Altbau einzupassen. Das Ergebnis ist eine Planung, die den Spagat zwischen handwerklicher Tradition und moderner Wohnkultur sucht – funktional im Alltag, zurückhaltend am Abend.
PROJEKTDATEN
Sanierung eines Jugendstil-Mehrfamilienhauses, Köln Innenstadt Fläche: ca. 80 m² (Küche & Essbereich)
Funktionale Trennung durch L-Grundriss (Kommunikations- vs. Arbeitsbereich)
HERSTELLER
next125
Neolith Ceramic Surfaces
Miele
Berbel
Liebherr
Blanco
HIGHLIGHTS
Maßgefertigte Theke
Nussbaum Massivholz (Sonderanfertigung)
Liebherr (French-Door-System)
Berbel Skyline
Wassersystem
Blanco Choice All Drink